Drohnenabwehr: HDKZ zeigt Handlungsbedarf
Das HDKZ: Forschung, Erprobung, Qualifizierung und Vernetzung
Das Hessische Drohnenkompetenzzentrum Kassel Airport (HDKZ) ist ein Innovations- und Transferzentrum der Technischen Universität Darmstadt am Kassel Airport. Es bringt Wissenschaft, Wirtschaft, Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen zusammen, um neue Drohnentechnologien schneller zu erproben, weiterzuentwickeln und in die praktische Anwendung zu bringen.
Dafür bündelt das HDKZ vier Bereiche entlang des Innovationsprozesses:
- Forschung und Transfer: Interdisziplinäre Forschung entwickelt Lösungen für den Einsatz unbemannter Systeme und unterstützt deren Transfer in die Praxis.
- Reallabor Kassel Airport: Drohnen- und Luftsicherheitstechnologien können unter realen Bedingungen erprobt und weiterentwickelt werden.
- Skill Training: Erkenntnisse aus Forschung und Erprobung fließen in Qualifizierung, Training und Übungen für den professionellen Einsatz ein.
- Innovationsökosystem: Wissenschaft, Wirtschaft, Betreiber kritischer Infrastrukturen, öffentliche Anwender und Behörden werden miteinander vernetzt.
Vier Handlungsfelder für eine wirksame Drohnenabwehr
Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle hat eine intensive Debatte über die Drohnenabwehr in Deutschland ausgelöst. Im Rahmen eines Fachdialogs mit Betreibern kritischer Infrastrukturen, Polizei, Luftfahrtakteuren und Technologieanbietern hat das Hessische Drohnenkompetenzzentrum (HDKZ) vier zentrale Handlungsfelder identifiziert:
1. Lagekenntnis im unteren Luftraum schaffen
Ein belastbares Lagebild ist die Grundlage für wirksamen Schutz. Regulärer Drohnenverkehr sollte möglichst eindeutig identifizierbar sein, damit nicht identifizierbare Flugobjekte schneller erkannt und bewertet werden können.
2. Sensorfusion weiterentwickeln und erproben
Für eine zuverlässige Drohnendetektion reicht eine einzelne Technologie nicht aus. Unterschiedliche Sensoren müssen kombiniert und kontinuierlich an neue Drohnentechnologien und Bedrohungsszenarien angepasst werden.
3. Reaktionszeiten verkürzen
Bei einem Drohnenvorfall bleiben teilweise nur wenige Minuten zum Handeln. Abstimmungs-, Entscheidungs- und Freigabeprozesse müssen deshalb so gestaltet werden, dass eine schnelle und wirksame Reaktion möglich ist.
4. Schutz und Resilienz verbinden
Nicht jede kritische Infrastruktur lässt sich vollständig vor Drohnen schützen. Neben geeigneten Schutzmaßnahmen braucht es daher Konzepte für Redundanzen, alternative Betriebsweisen und eine schnelle Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit.
Entscheidend ist damit nicht eine einzelne Abwehrmaßnahme, sondern eine risikobasierte Schutz- und Resilienzstrategie, die Lagekenntnis, technologische Fähigkeiten, schnelle Reaktionswege und Vorsorge miteinander verbindet.
IHK Hessen innovativ unterstützt den Wissenstransfer
IHK Hessen innovativ unterstützt das Kompetenzzentrum beim
Wissenstransfer, bei der Initiierung von Kooperationen und als Anlaufstelle für
Unternehmen. Ziel ist es, Unternehmen mit den relevanten Akteuren des HDKZ
zusammenzubringen und den Transfer innovativer Drohnentechnologien in die
wirtschaftliche Praxis zu unterstützen.
Weitere Informationen
Policy Paper zur Drohnenabwehr
Ansprechpartner:in

Michael Dietzsch
Innovationsberater
Kassel-Marburg | Fulda
Telefon: 0561 7891-284
Dietzsch@kassel.ihk.de
Quellen
- Titelbild: KI-generierte Abbildung
- Quelle: HDKZ Policy Paper Series, Nr. 1 (August 2026) | © HDKZ


