Innovative Milieus 2026: Wie innovationsstark sind Deutschlands Unternehmen?
Innovationsfähigkeit im Wandel: Was die Studie zeigt
Die Innovationsfähigkeit der Unternehmen ist ein zentraler Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor großen Herausforderungen – von geopolitischen Unsicherheiten bis hin zu tiefgreifenden technologischen Veränderungen. Vor diesem Hintergrund liefert die Studie „Innovative Milieus 2026“ wichtige Einblicke in den aktuellen Stand der Innovationslandschaft.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie innovationsstark deutsche Unternehmen heute tatsächlich sind – und wie sich ihre Strategien und Strukturen in den vergangenen Jahren verändert haben. Die Studie unterscheidet sieben sogenannte „Innovative Milieus“, die sich deutlich in ihrer Innovationskraft, Ausrichtung und ihrem Erfolg unterscheiden – von Technologieführern über kooperative und konservative Innovatoren bis hin zu Unternehmen mit geringem Innovationsfokus.
Erstmals ermöglicht der Vergleich mit den Erhebungen aus den Jahren 2019 und 2023 eine fundierte Einordnung der Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Dabei wird deutlich, wie sich die Zusammensetzung der Innovationslandschaft verschiebt und welche Rolle Zukunftstechnologien dabei spielen.
Neben der Analyse liefert die Studie auch konkrete Impulse für die Weiterentwicklung des deutschen Forschungs- und Innovationssystems – und zeigt auf, wie Innovations- und Gründungsdynamik langfristig gestärkt werden können.
Die folgende Grafik zeigt die sieben Innovationsmilieus und ihre Position im deutschen Innovationssystem.

Ergebnisse kompakt: Fünf zentrale Erkenntnisse zur Innovationslandschaft 2026
Die aktuelle Studie „Innovative Milieus 2026“ zeigt deutlich: Die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft steht unter Druck – und verändert gleichzeitig ihr Gesicht.
Erstens lässt die Innovationsdynamik weiter nach. Nur noch 13 Prozent der Unternehmen zählen zur Innovationsspitze, während der Anteil innovationsferner Betriebe auf rund 40 Prozent gestiegen ist. Innovation wird seltener strategisch gesteuert und häufiger situativ betrieben – ein struktureller Trend, der sich bereits seit 2019 abzeichnet.
Zweitens verschiebt sich die Innovationsführerschaft. Klassische Industriebranchen verlieren an Bedeutung, während wissensintensive Dienstleistungen und die IT-Wirtschaft stärker in den Fokus rücken. Die Innovationsspitze wird damit vielfältiger – und weniger eindeutig industriell geprägt als noch vor einigen Jahren.
Drittens zeigt sich ein Wandel im Innovationsverhalten: Unternehmen agieren vorsichtiger. Radikale, disruptive Innovationen treten in den Hintergrund, stattdessen dominieren inkrementelle Verbesserungen bestehender Produkte und Geschäftsmodelle. Innovation wird risikoärmer und stärker kontrolliert umgesetzt.
Viertens gewinnen digitale Schlüsseltechnologien branchenübergreifend an Bedeutung. Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und Cybersecurity entwickeln sich zunehmend zur technologischen Grundausstattung vieler Unternehmen und werden künftig eine noch zentralere Rolle spielen.
Fünftens bleiben komplexe Zukunftstechnologien wie Deep- und Green-Tech-Lösungen einer vergleichsweise kleinen Gruppe vorbehalten. Während digitale Technologien breit genutzt werden, konzentrieren sich anspruchsvollere technologische Entwicklungen weiterhin auf wenige, besonders spezialisierte Unternehmen.
Insgesamt zeigt die Studie: Die Innovationslandschaft in Deutschland wird differenzierter – mit einer wachsenden Kluft zwischen breit eingesetzten digitalen Technologien und hochkomplexen, weniger verbreiteten Zukunftstechnologien.
Weitere Informationen
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Quellen
- Bertelsmann Stiftung
- Titelbildquelle: Leonardo_AdobeStock_1814047561



