Neue Förderrichtlinie soll KI-Innovation schneller in den Markt bringen
Wenn Innovationen im „Valley of Death“ stecken bleiben
Deutschland gehört zu den führenden Forschungsstandorten weltweit. Im Jahr 2023 investierte das Land über drei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung. Laut dem European Innovation Scoreboard 2025 zählt Deutschland damit zu den „Strong Innovators“.
Trotz dieser Stärke gelingt der Sprung von der Forschung in marktwirksame Innovationen oft zu selten. Dieses Phänomen wird als „European Paradox“ bezeichnet: Europa ist stark in der wissenschaftlichen Theorie – aber schwächer in der wirtschaftlichen Umsetzung.
Ein Grund dafür liegt auch in bestehenden Förderstrukturen. Viele Programme konzentrieren sich auf frühe Technologiereifegrade, etwa Grundlagenforschung oder erste Prototypen. Ohne Anschlussförderung verlieren viele vielversprechende Technologien an Schwung, bevor sie den Markt erreichen.
Neue Förderung soll Transfer zwischen Forschung und Markt beschleunigen
Die geplante Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) soll genau diese Lücke schließen. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Projekten, die zeigen:
- dass eine Technologie technisch realisierbar ist
- dass sie wirtschaftlich tragfähig sein kann
- und welchen konkreten Nutzen sie für Wirtschaft und Gesellschaft bietet
Besonders im Fokus stehen digitale Schlüsseltechnologien, vor allem Künstliche Intelligenz. Diese Technologien entwickeln sich rasant und prägen zunehmend Wirtschaft, Gesellschaft und öffentliche Infrastruktur. Gleichzeitig spielen auch Fragen der Sicherheit, Ethik und Grundrechte eine wichtige Rolle.
Die Förderung soll deshalb nicht nur technische Innovationen unterstützen, sondern auch dazu beitragen, neue Geschäftsmodelle und marktfähige Anwendungen zu etablieren.
Jetzt an der Konsultation teilnehmen
Zur Vorbereitung der Förderrichtlinie hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) einen Konsultationsprozess gestartet. Bis zum 23. März können Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Innovationsakteure ihre Erfahrungen und Bedarfe über eine Online-Umfrage einbringen.
Ziel ist es, besser zu verstehen, welche Förderung Innovationen tatsächlich voranbringt und welche Hürden heute den Transfer in den Markt bremsen.
Bis zum 23. März an der Umfrage teilnehmen!
Sie werden auf die Seite des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung weitergeleitet.
Ausblick
Die Ergebnisse der Konsultation fließen in die neue Förderrichtlinie ein. Der erste Förderaufruf ist derzeit für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Für Unternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, ihre Perspektive einzubringen und die zukünftige Förderung digitaler Innovationen mitzugestalten.
Quellen
- Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
- Titelbildquelle: Adnan_AdobeStock_1934048423



