Circularity Scouts: Vier Projektideen für die Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet
Auszubildende entwickeln Lösungen für die Praxis
In fünf praxisnahen Modulen erhielten die Teilnehmenden fundiertes Wissen rund um Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Geschäftsmodelle und Ressourceneffizienz. Anschließend waren sie gefragt, das Gelernte in die Praxis zu übertragen und eigene Projektideen für ihre Ausbildungsbetriebe zu entwickeln.
Die Ergebnisse präsentierten die Auszubildenden vor einer interdisziplinär besetzten Jury. Vier besonders überzeugende Konzepte wurden ausgezeichnet, wobei sich zwei Teams den dritten Platz teilten.
Platz 1: RadRetter – Luca Palazzolo von Riese & Müller, Mühltal
Luca Palazzolos Idee baut auf der bestehenden RX Connect App des E-Bike-Herstellers Riese & Müller auf, die mit „RadRetter“ um Pflegetipps, Wartungserinnerungen und die Anbindung an lokale Werkstattpartner erweitert werden soll. So rückt das Projekt die Nutzungsphase eines bereits weitgehend zirkulär gedachten Produkts in den Mittelpunkt – und motiviert Kund*innen dazu, ihre E-Bikes länger, bewusster und ressourcenschonender zu nutzen. Die Jury überzeugten vor allem der Fokus auf Werterhalt als Hebel für Zirkularität und die konsequente Nutzerperspektive.
Platz 2: Kaffeebomben – Alexandra Harrop, Manuel Westermann, Samuel Nöslinger, Philip Grünewald von Entega, Darmstadt
Anfallenden Kaffeesatz aus der Kantine sammeln, trocknen und zu sogenannten Kaffeebomben weiterverarbeiten: Das Entega-Team setzt bei einer emissionsintensiven Ressource an, die in nahezu jedem Betrieb anfällt und in der Regel als gewerblicher Abfall kostenpflichtig entsorgt werden muss. Umso wichtiger ist der Versuch, die sinnvolle Nutzung dieser Ressource möglichst zu verlängern. Zum einen sollen die Kaffeebomben bei der Pflege der eigenen Grünflächen andere Düngemittel ersetzen. Als greifbares, einfach verständliches Beispiel eignen sie sich zudem ideal dafür, Kinder und Jugendliche für die Circular Economy zu sensibilisieren. Die Jury überzeugten vor allem die einfache Umsetzbarkeit, der konkrete Beitrag zur Ressourcenschonung und die starke Multiplikatorenwirkung des Projekts. Erste Partnerschulen haben bereits ihr Interesse bekundet.
Platz 3: Pfandsystem für Flipcharts – Sudenaz Ramadan von Jakob Maul, Bad König
Ein Pfandsystem für Flipcharts – eines der Produkte aus der Kategorie Bürobedarf des Unternehmens Jakob Maul – hat sich Sudenaz Ramadan überlegt. Einzelne Elemente sollen ausgetauscht, repariert und wiederverwendet werden, um die Nutzungsdauer zu verlängern. Dabei betrachtete die Auszubildende verschiedene Szenarien, um neben der Einsparung von Ressourcen auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit mitzudenken.
Platz 3: Palettenpfandsystem – Linus May, Maria Othmann und Roijn Tepeli von Nosta Logistics, Viernheim
Die Idee der Auszubildenden von Nosta Logistics setzt ebenfalls auf ein Pfandsystem: Duch gezielte finanzielle Anreize wollen sie Kundinnen und Kunden dazu bewegen, sich für ein nachhaltigeres Mehrwegsystem für Paletten zu entscheiden. Ziel ist es, Einwegpaletten zu reduzieren und die Zirkularität im Logistikprozess zu erhöhen. Damit setzt das Projekt an einem entscheidenden Punkt an: der Frage, wie zirkuläre Lösungen nicht nur entwickelt, sondern auch tatsächlich von Kundinnen und Kunden angenommen werden.

Engagement, das Zukunft gestaltet
Die Bewertung der Projekte übernahm eine Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik: Unternehmerin Carolin Buchsteiner-Pohl, Prof. Dr.-Ing. Iris Steinberg von der Hochschule Darmstadt sowie Dr. Ulrike Niedner-Kalthoff aus dem Hessischen Wirtschaftsministerium würdigten die Projekte mit ihrer Fachkompetenz und ihrem Engagement.
Unterstützt wurde das Projekt zudem von Staatsminister Kaweh Mansoori, der die Initiative als Schirmherr von Beginn an begleitet und die Teilnehmenden persönlich kennengelernt hat.
Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in jungen Talenten steckt, wenn sie die Möglichkeit erhalten, Zukunftsthemen aktiv mitzugestalten. Die Circularity Scouts haben bewiesen, dass innovative Ideen für mehr Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz bereits in der Ausbildung entstehen können.
Quellen
- IHK Darmstadt
- Titelbildquelle: Studio Romantic_AdobeStock_526376283

