Juni 2026 / Digitalisierung, KI & IT-Sicherheit

3. Wiesbadener Innovationsforum zeigt den Weg in die KI-Umsetzung

Wie können Unternehmen künstliche Intelligenz gewinnbringend einsetzen und welche Voraussetzungen braucht es für erfolgreiche KI-Projekte? Diesen Fragen gingen die rund 200 Teilnehmenden des 3. Wiesbadener Innovationsforums am 11. Juni 2026 in der IHK Wiesbaden nach. Unser Rückblick zeigt die wichtigsten Impulse, Praxisbeispiele und Erkenntnisse der Veranstaltung.

Begrüßung

KI-Einsatz End-to-End denken

Während 57 % der Großunternehmen KI nutzen, sind es nur 25 % der kleinen und mittleren Unternehmen. Mit diesem Vergleich machte Paul Herwarth von Bittenfeld, Vizepräsident der IHK Wiesbaden und Prokurist der Seibert Group, gleich zu Beginn deutlich, um was es heute beim KI-Einsatz geht: Ein echter Mehrwert entsteht erst, wenn Unternehmen KI End-to-End denken.

"Wenn wir KI auf einen einzigen Schritt eines sequenziellen Prozesses anwenden – zum Beispiel die Textgenerierung im Marketing, die heute mit 52 % die Anwendungen dominiert – erzielen Firmen dort zwar lokale Zeitvorteile. Aber die verbleibenden analogen Schritte, manuelle Freigabeschleifen oder juristische Prüfungen absorbieren den gewonnenen Zeitvorteil oft vollständig."

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Von Bittenfeld unterstrich in seinem Impuls die großen Potenziale von KI im Mittelstand – gerade angesichts des demografischen Wandels und des sich verschärfenden Fachkräftemangels.

Erfolgreiche KI-Projekte im Mittelstand zeigen messbare Effekte:

  • Fehlerreduktion in Prozessen um 34 % bis 58 %.
  • Produktivitätssteigerungen von 22 % bis 41 %.
  • Kosteneinsparungen im Kundenservice um bis zu 35 %.

KI ist das mächtigste Werkzeug, das wir je hatten, um Prozesse zu beschleunigen und wertvolles Wissen zu erschließen.

— Paul Herwarth von Bittenfeld, Vizepräsident IHK Wiesbaden, Seibert Group
Keynote

Generative KI mit Unternehmensdaten verknüpfen

So lange wie generative KI noch nicht mit den Daten eines Unternehmens arbeiten kann, bleiben die Chancen ungenutzt. Das war die klare Erkenntnis der Keynote von Dr. Sara Jourdan, Gründerin und CEO des Darmstädter KI-Unternehmens Genow.AI. Unter dem Titel "Generative KI im Unternehmen: Wie Sprachmodelle Wissen, Prozesse und Entscheidungen verändern“, zeigte Sie ganz konkret, wie diese Sprachmodelle funktionieren und welche Anwendungen bereits heute möglich sind.

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Warum wird generative KI für Unternehmen immer wichtiger?

  • Wissen kann schneller gefunden und genutzt werden.
  • Mitarbeitende werden bei Routineaufgaben entlastet.
  • Entscheidungen lassen sich fundierter vorbereiten.
  • Prozesse können effizienter gestaltet werden.
  • Neue Produkte und Dienstleistungen werden schneller entwickelt.

Generative KI entwickle sich zunehmend vom Hype-Thema zum Produktivitätswerkzeug für Unternehmen, so ihre zentrale Botschaft. Anhand konkreter Beispiele zeigte sie, wie Unternehmen ihre internen Daten nutzen können, um Wissen zugänglicher zu machen, Mitarbeitende zu unterstützen und Entscheidungen fundierter zu treffen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Unternehmensdaten sowie ein klares Verständnis der Technologie entscheidende Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von KI sind.

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„Ich habe der KI gesagt, was ich will und sie hat es gebaut“

Serge Reit, Geschäftsführer YOND GmbH

Wie schnell sich Softwareentwicklung derzeit verändert, demonstrierte Serge Reit anhand des sogenannten „Vibe Coding“. Statt klassischer Programmierung beschreiben Entwickler ihre Anforderungen in natürlicher Sprache, die KI übernimmt die Umsetzung. „Klassische Entwicklung rechnen wir in Wochen und Tagen – Vibe Coding in Stunden“, verdeutlichte Reit. Sein Praxisbeispiel zeigte eindrucksvoll, wie Unternehmen Entwicklungsprozesse beschleunigen und neue Ideen deutlich schneller in marktfähige Lösungen überführen können.

YOND ist ein 2022 in Wiesbaden gegründetes Softwareunternehmen, das eine cloudbasierte Betriebs- und Verwaltungsplattform für Fitnessstudios, Fitnessketten und zunehmend auch andere Dienstleistungs- und öffentliche Organisationen entwickelt

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„Effizienzsteigerung in der Produktionsplanung eines Mittelständlers“

Dennis Pütz, Geschäftsführer Pütz Folien GmbH

Wie künstliche Intelligenz Produktionsprozesse verbessern kann, zeigte Dennis Pütz anhand eines konkreten Anwendungsfalls aus seinem Unternehmen.

Dabei wurde deutlich, dass KI nicht nur Planungsprozesse beschleunigen, sondern auch die Qualität von Entscheidungen erhöhen kann. Gleichzeitig betonte Pütz, dass erfolgreiche KI-Projekte auf einer soliden Datenbasis und transparenten Prozessen aufbauen müssen. Sein Fazit: Ohne die richtigen Daten bleibt das Potenzial künstlicher Intelligenz ungenutzt.

Pütz Folien ist ein familiengeführter Folienverarbeiter mit Sitz in Taunusstein, der seit über 65 Jahren maßgeschneiderte Lösungen für das Konfektionieren, Veredeln und Schneiden von technischen Folien für Branchen wie Pharma, Elektronik, Möbel und Druckindustrie entwickelt und produziert.

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„KI hautnah“

Susanne Busshart, Geschäftsführerin Schumm und Rösch GmbH

Für Susanne Busshart steht beim KI-Einsatz vor allem der Mensch im Mittelpunkt. In ihrem Vortrag zeigte sie, wie künstliche Intelligenz strukturiert in Unternehmen eingeführt werden kann und welche Erfahrungen ihr Unternehmen dabei gesammelt hat. Dabei machte sie deutlich, dass Menschlichkeit, Empathie, Kommunikation und Co-Creation auch in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt zentrale Erfolgsfaktoren bleiben. Technologie allein reiche nicht aus – entscheidend sei, die Mitarbeitenden aktiv in den Wandel einzubeziehen.

Schumm & Rösch unterstützt Unternehmen bei der Konzeption, Gestaltung und Umsetzung identitätsstarker Büro- und Arbeitsumgebungen.

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„5 KI-Use-Cases, die morgen funktionieren – und warum viele daran scheitern“

Elmar Eperiesi-Beck, Geschäftsführer Bare.ID

Elmar Eperiesi-Beck präsentierte fünf konkrete KI-Anwendungsfälle, die Unternehmen bereits heute produktiv einsetzen können – von der automatisierten E-Mail-Erstellung bis zur intelligenten Meeting-Dokumentation. Gleichzeitig zeigte er typische Stolpersteine auf und erklärte, warum viele KI-Initiativen trotz großer Erwartungen scheitern. Seine Botschaft: Erfolgreiche KI-Projekte benötigen klare Ziele, einen konkreten Nutzen und die Bereitschaft, neue Arbeitsweisen konsequent umzusetzen.

Bare.ID ist ein 2022 in Wiesbaden gegründetes Softwareunternehmen, das eine in Deutschland entwickelte und betriebene Plattform für Identity & Access Management (IAM) anbietet und Unternehmen sowie öffentliche Organisationen bei der sicheren Verwaltung digitaler Identitäten, Zugriffsrechte und Authentifizierung unterstützt.

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„Zutaten, um KI in eigene Produkte zu integrieren: Vom Datensatz bis zum Deployment“

Geert Heilmann, Leiter des Bereichs Automated Detection bei Smiths Detection

Geert Heilmann gab einen praxisnahen Einblick in die Entwicklung KI-basierter Produkte. Anhand eines realen Beispiels zeigte er, welche Voraussetzungen notwendig sind, um künstliche Intelligenz erfolgreich in bestehende Produkte zu integrieren.

Dabei spannte er den Bogen von der Datenbasis über technische und personelle Ressourcen bis hin zur Implementierung im laufenden Betrieb. Sein Vortrag machte deutlich, dass erfolgreiche KI-Anwendungen weit mehr erfordern als leistungsfähige Algorithmen – entscheidend sind vor allem die Qualität der Daten und ein strukturierter Entwicklungsprozess.

Smiths Detection Germany ist ein in Wiesbaden ansässiger Hersteller von Sicherheits- und Detektionstechnologien, dessen Systeme weltweit an Flughäfen, Grenzen, Zollstellen und in der urbanen Sicherheit zur Erkennung von Sprengstoffen, Drogen, Waffen und anderen Gefahrstoffen eingesetzt werden.

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Wir danken unseren Ausstellern und Partnern!

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KOOPERATIONSPARTNER

Quellen

  • Fotos: Josh Schlasius / IHK Wiesbaden

Ansprechpartner:in

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Frank Irmscher

Innovationsberater
Frankfurt am Main

Telefon: 069 2197-1515
F.Irmscher@frankfurt-main.ihk.de

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