
NIS2 kompakt: Cyber-Sicherheit als Führungsaufgabe
Sind Sie von NIS2 betroffen?
In Deutschland sind rund 30.000 Unternehmen direkt von den neuen Anforderungen von NIS2 betroffen und beim BSI registrierungspflichtig. NIS2 betrifft mittlere und große Unternehmen aus kritischen und wichtigen Sektoren wie Energie, Verkehr, Gesundheitswesen, digitale Dienste, öffentliche Verwaltung, Abfallwirtschaft und auch das verarbeitende Gewerbe.
Grundsätzlich können Unternehmen betroffen sein, wenn sie mindestens 50 Beschäftigte haben oder einen Jahresumsatz beziehungsweise eine Jahresbilanzsumme von mehr als 10 Millionen Euro erreichen. Auch Unternehmen, die Teil wichtiger Lieferketten sind, sollten ihre Betroffenheit prüfen. Da die Regelungen zahlreiche Branchen erfassen, lohnt sich eine individuelle Einordnung der eigenen Situation.
Pflichten und Haftungsrisiken aus NIS2
NIS2 verpflichtet Unternehmen dazu, geeignete Maßnahmen zum Management von Cyberrisiken einzuführen und nachzuweisen. Dazu gehören unter anderem:
- Risikoanalysen
- Sicherheitskonzepte
- Notfallmanagement / Incident Response
- sowie Maßnahmen zur Absicherung von Lieferketten.
Unternehmen müssen erhebliche Sicherheitsvorfälle innerhalb festgelegter Fristen melden und ihre Resilienz gegenüber Cyberangriffen stärken. Zudem wird die Verantwortung der Geschäftsleitung ausdrücklich hervorgehoben: Sie muss Sicherheitsmaßnahmen überwachen und regelmäßig entsprechende Schulungen absolvieren. Ziel der Richtlinie ist es, die Cyber-Sicherheit als festen Bestandteil der Unternehmensführung zu verankern.
Ulrich Plate
Ulrich Plate ist Berater für Informationssicherheit bei der nGENn GmbH aus Usingen. Er leitet zudem die Kompetenzgruppe Kritische Infrastruktur des Verbands der Internetwirtschaft eco e. V. Seit 1995 ist er in Leitungsfunktionen für ISPs, Infrastruktur- und Netzwerkberatungsunternehmen international tätig. Ab 2005 Büro- und wissenschaftlicher Leiter für Mitglieder des Deutschen Bundestages, nach 2017 als Abteilungsleiter und CISO (atene KOM, MGIS) tätig.
nGENn unterstützt Betreiber kritischer Einrichtungen und Unternehmen aller Sektoren bei der Anpassung ihrer Organisation und bestehender technischer Systeme an das dynamische Umfeld der Normen und rechtlichen Vorgaben wie NIS2 oder CRA. Dazu gehören neben einer umfassenden strategischen Beratung auch die Entwicklung automatisierter Prozesse und eine laufende Betreuung des Informationssicherheitsmanagements im Unternehmen bis hin zur Begleitung bei Zertifizierungsvorhaben.

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Frank Irmscher
Innovationsberater
Frankfurt am Main | Wiesbaden
Telefon: 069 2197-1515
f.irmscher@frankfurt-main.ihk.de
Titelbildquelle: KI generiert
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