Hessen Ideen 2026: Vier Hochschulideen prämiert
Hemodynamix: Vorhandene Messdaten besser nutzen
Den ersten Platz und 10.000 Euro erhielt das Team der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine Software wertet Druckkurven aus, die bei Herzuntersuchungen bereits erhoben werden, bislang aber nur teilweise genutzt werden. Spezielle Rechenverfahren sollen eine genauere Beurteilung der Herzfunktion ermöglichen – ohne zusätzlichen Eingriff oder teure Spezialkatheter. Die Technologie basiert auf 15 Jahren klinischer Forschung und wurde wissenschaftlich validiert.

Workcraft: Das Büro kommt auf die Baustelle
Platz zwei, mit 7.500 Euro dotiert, und der Publikumspreis gingen an Workcraft von der TU Darmstadt. Die mobile Software soll Handwerksbetriebe bei Materialdokumentation, Angeboten und Rechnungen entlasten. Dafür nutzt sie Spracheingaben und Fotos und versteht 48 Sprachen. Besonders für kleine Betriebe ohne eigene Bürokraft und internationale Teams bietet der Ansatz Potenzial, Verwaltungsaufwand und sprachliche Hürden zu reduzieren.

"Studierende, Forschende, Mitarbeitende, Absolventinnen und Absolventen entwickeln an unseren Hochschulen kreative Lösungen für konkrete Probleme. Darin liegt großes unternehmerisches Potenzial. Unsere Initiative Hessen Ideen baut diese wichtige Brücke zwischen Forschung und Anwendung."
— Timon Gremmels, Wissenschaftsminister
Weidezaun-Roboter: Mähen und Schäden erkennen
Das Team der Universität Kassel wurde mit Platz drei und 5.000 Euro ausgezeichnet. Sein Roboter soll kilometerlange Weidezäune freimähen und dabei mithilfe von Stereovision und KI defekte Stellen erkennen. Die Verbindung von Pflege und Kontrolle kann zeitaufwendige Arbeiten erleichtern und dazu beitragen, Zäune funktionsfähig zu halten.

PRISM: Mit KI neue Werkstoffe finden
Der mit 5.000 Euro dotierte KI-Sonderpreis ging an PRISM von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das Team entwickelt eigene KI-Modelle, die Vorschläge für neue Hochleistungsmaterialien für saubere Energie, Raumfahrt und Medizin liefern. Künftig sollen diese in automatisierten Laboren getestet werden.

Hessen Ideen: Unterstützung auf dem Weg zum Unternehmen
32 Teams aus 14 Hochschulen waren 2026 für Hessen Ideen nominiert. Über ein Gutachtenverfahren und ein öffentliches Online-Voting qualifizierten sich elf Teams für das Finale. Dort präsentierten sie ihre Geschäftskonzepte einer Jury, die über die Auszeichnungen entschied.
Der Wettbewerb bietet den Teams fachliches Feedback, Sichtbarkeit für ihre Ideen und Möglichkeiten zur Vernetzung. In den Geschäftsideen steckt zum Teil langjährige Forschungsexpertise. So hilft Hessen Ideen, Geschäftskonzepte weiterzuentwickeln, ihre Umsetzung voranzubringen und Kontakte zu potenziellen Kunden, Investoren und Partnern aufzubauen – wichtige Schritte auf dem Weg von der Hochschulidee zum eigenen Unternehmen.
Quellen
- Pressemitteilung von Hessen Ideen
- Bildquellen: (c)Hessen Ideen_Mario Andreya, Hemodynamix, Workcraft, Weidezaunroboter, PRISM
