Von der Idee zum Marktzugang: Wie Green-Energy-Start-ups gezielt wachsen können
Individuelle Begleitung statt Standardprogramm
Wer kann sich bewerben?
genesis richtet sich vor allem an Start-ups aus Hessen, die sich mit Green Energy und Nachhaltigkeit beschäftigen. Willkommen sind auch Lösungen, die über klassische Energiethemen hinausgehen.
Wann und wie kann ich mich bewerben?
Es gibt keine festen Bewerbungsfristen. Interessierte Start-ups können sich jederzeit direkt an das House of Energy wenden. In einem ersten Gespräch wird gemeinsam geprüft, ob Geschäftsidee, Team und Programm zusammenpassen.
Wie läuft die Begleitung ab?
Das Programm begleitet die Teams über einen Zeitraum von zwei Jahren. Jedes Start-up erhält einen individuellen Fahrplan, der auf die Geschäftsidee, das Team und den jeweiligen Entwicklungsstand abgestimmt ist.
Was umfasst die Unterstützung?
Neben der technischen Entwicklung unterstützt genesis die Teams bei Organisation, Vermarktung und Geschäftsaufbau. Die Begleitung ist persönlich, pragmatisch und mit wenig Papierkram verbunden. Ziel ist es, die Start-ups zu befähigen, ihre nächsten Entwicklungsschritte eigenständig umzusetzen.
Unterstützung für Start-ups in einem anspruchsvollen Markt
Komplexe Marktstrukturen, lange Entwicklungszyklen, regulatorische Anforderungen und ein hoher Kapitalbedarf stellen junge Unternehmen im Energiesektor vor besondere Herausforderungen. Eine innovative Idee allein reicht oft nicht aus. Entscheidend sind ein tragfähiges Geschäftsmodell, Zugang zu möglichen Kunden und Partnern sowie eine klare Strategie für Markteintritt und Wachstum.
Hier setzt das Projekt genesis an. Es wird vom House of Energy umgesetzt und durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum gefördert. Das House of Energy fördert Innovationen für eine regenerative und nachhaltige Energieversorgung und bringt dafür Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Beim Coaching arbeitet das Projekt mit dem Science Park Kassel zusammen. Ziel ist es, Start-ups aus dem Green-Energy-Bereich gezielt bei der Weiterentwicklung und Markterschließung zu unterstützen.
Seit dem Start im Jahr 2023 haben rund 50 hessische Start-ups die verschiedenen Angebote durchlaufen. Die Fortsetzung in einer dritten Projektphase zeigt, wie groß der Bedarf an strukturierten Unterstützungsangeboten in diesem Bereich ist.
Passende Angebote für unterschiedliche Entwicklungsphasen
Da Start-ups je nach Reifegrad unterschiedliche Unterstützung benötigen, verbindet genesis mehrere Bausteine:
- Akzelerator-Programme in zwei Entwicklungsstufen: Frühphasige Teams prüfen und konkretisieren ihre Geschäftsidee im „Proof of Concept“. Fortgeschrittene Start-ups konzentrieren sich im „Market Proof“ auf Markteintritt, Vertrieb und Skalierung.
- Individuelles Coaching und Expertenfeedback: Gruppenformate und persönliche Coachings helfen dabei, Geschäftsmodelle, Vertriebsstrategien und Marktpositionierung weiterzuentwickeln.
- Kontakte zur Energiewirtschaft: Bei Formaten wie „genesis meets industry“ kommen die Start-ups mit etablierten Unternehmen, möglichen Kunden, Partnern und Investoren ins Gespräch.
- Praxisnahe Workshops und Pitch-Formate: Kompakte Online-Sessions, Unternehmensbesuche und Präsentationen vor Fachpublikum vermitteln Wissen und ermöglichen unmittelbares Feedback.
Ein wichtiger Baustein ist das Netzwerk des House of Energy. Es umfasst rund 150 energiebezogene Start-ups sowie zahlreiche Kontakte zu Unternehmen, Wissenschaft und Investoren. Dadurch können junge Unternehmen ihre Lösungen frühzeitig mit potenziellen Anwendern diskutieren und neue Marktchancen erschließen.
Formate wie „genesis meets industry“ und „genesis meets science“ schaffen direkte Verbindungen zu Wirtschaft und Forschung. Dazu gehören beispielsweise Unternehmensbesuche bei SMA und dem Flughafenbetreiber Fraport sowie der Austausch mit der Frankfurt University of Applied Sciences. In Tandemprogrammen begleiten erfahrene Mentorinnen und Mentoren die Start-ups. Ergänzend vermitteln kompakte Online-Formate wie „genesis sparks“ praxisnahes Wissen zu Themen wie Vertrieb, Networking und Cybersecurity.

Konkreter Mehrwert für Green-Energy-Start-ups aus Hessen
Die Erfahrungen aus mehreren Programmdurchläufen zeigen, welchen konkreten Nutzen die teilnehmenden Start-ups aus der Unterstützung ziehen:
- schnellere Überprüfung und Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle
- verbesserte Vertriebsstrategien und neue Marktzugänge
- direkte Kontakte zu Unternehmen und relevanten Branchenakteuren
- individuelle Unterstützung durch Coaching und Mentoring
- mehr Sichtbarkeit bei Investoren und potenziellen Kooperationspartnern
- zusätzliches unternehmerisches Know-how und bessere Voraussetzungen für die Skalierung
Wie diese Unterstützung in der Praxis wirken kann, zeigen drei Beispiele aus dem Projekt.

Drei Beispiele aus der Praxis
Smartrplace: Das Kernportfolio klarer ausrichten
Die Smartrplace GmbH entwickelt intelligente Lösungen zur Raumsteuerung in Gebäuden. Im Rahmen eines Tandemprogramms stellte das Start-up sein Produktportfolio und Geschäftsmodell bei der HEAG, einem Teilkonzern des Energieversorgers ENTEGA, vor.
Der Austausch half dem Unternehmen, sein Angebot strategisch zu schärfen. Eine Produktsparte wird künftig nicht mehr aktiv vertrieben, weil sie zu Konflikten mit bestehenden Partnern und Multiplikatoren führen könnte. Stattdessen konzentriert sich Smartrplace stärker auf seine Kernprodukte und auf Lösungen, die das Portfolio der Partner sinnvoll ergänzen. Zudem entstand der Kontakt zu einem weiteren Unternehmen aus der Unternehmensgruppe, mit dem derzeit mögliche Kooperations- und Marktpotenziale geprüft werden.
„Dies ermöglichte uns, unser Kernportfolio weiter zu validieren und zusätzliche Marktpotenziale zu erschließen“, berichtet Dr. Siwanand Misara, Geschäftsführer der Smartrplace GmbH.
Folivora Solutions: Vom Kontakt zum konkreten Kundenprojekt
Die Folivora Solutions GmbH entwickelt intelligente Systeme zur Steigerung der betrieblichen Effizienz. Über genesis kam der Kontakt zur Eisengießerei Fritz Winter zustande. Daraus entwickelte sich ein konkretes Projekt am Produktionsstandort Stadtallendorf.
Folivora arbeitet dort an einem Entscheidungsunterstützungssystem für Produktions-, Logistik- und Energieversorgungsprozesse. Im Mittelpunkt stehen unter anderem energieintensive Anlagen wie Tiegelöfen und deren flexible Betriebsführung. Ziel ist eine belastbare Daten- und Modellbasis, mit der betriebliche Entscheidungen künftig automatisiert optimiert und Energieeinsatz sowie Effizienz nachhaltig verbessert werden können.
Voodin Blade Technology: Vertriebsstrategie und Netzwerk stärken
Die Voodin Blade Technology GmbH entwickelt große Rotorblätter für Windenergieanlagen aus Furnierschichtholz. Die Technologie soll dazu beitragen, Rotorblätter recyclingfähiger zu machen, Ressourcen zu schonen und die CO₂-Bilanz zu verbessern.
Mit Unterstützung von genesis konnte das Start-up seine Vertriebswege weiterentwickeln, seine Bekanntheit erhöhen und sein Netzwerk ausbauen. Beim IMPACT FESTIVAL präsentierte das Unternehmen seine Lösung vor Fachpublikum und knüpfte unter anderem den Kontakt zu einem Investor.
„Besonders die Kombination aus individuellem Coaching und Austausch mit anderen Start-ups hat uns geholfen, unsere Vertriebsstrategie deutlich zu schärfen“, sagt Geschäftsführer Tom Siekmann.
Innovationen schneller in den Markt bringen
Die Praxisbeispiele zeigen, dass Start-ups nicht nur finanzielle Unterstützung benötigen. Ebenso wichtig sind fundiertes Feedback, Kontakte zu möglichen Kunden, der Austausch mit erfahrenen Branchenakteuren und Möglichkeiten, Lösungen unter realen Marktbedingungen zu erproben.
Mit der Verbindung aus Coaching, Netzwerk und konkreten Marktkontakten bietet genesis dafür einen praxisnahen Ansatz. So können Geschäftsmodelle schneller überprüft, Vertriebsstrategien verbessert und Kooperationen angestoßen werden. Programme wie dieses können damit einen wichtigen Beitrag leisten, Innovationen für die Energiewende schneller in die Anwendung zu bringen.
Mehr über genesis erfahren
Coaching, Netzwerk und Marktkontakte für Green-Energy-Start-ups aus Hessen.
Quellen
- Titelbildquelle: Projekt genesis / House of Energy e. V.
- Infografik: Projekt genesis / House of Energy e. V.
- Veranstaltungsbild: Projekt genesis / House of Energy e. V.

