Langfinger aufgepasst! Entwicklung eines Diebstahlsicherungs- und Trackingmodules

Breit gefä­cherte Erfah­run­gen in For­schungs– und Ent­wick­lungs­pro­jek­ten (FuE) der vier betei­lig­ten Part­ner sind in ein Pro­jekt geflos­sen, in dem unter Füh­rung der m2m Ger­many GmbH aus Wehr­heim die inno­va­tive Dieb­stahl­si­che­rung CyLock für Fahr­rä­der ent­wi­ckelt wurde. Die Finan­zie­rung konnte über das Zen­trale Inno­va­ti­ons­pro­gramm Mit­tel­stand (ZIM) gesi­chert wer­den.

ZIM ist ein bun­des­wei­tes, tech­no­lo­gie– und bran­chen­of­fe­nes För­der­pro­gramm für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men, mit dem die Inno­va­ti­ons­kraft und Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Unter­neh­men unter­stützt wer­den. Dabei wird auf eine enge Koope­ra­tion von Unter­neh­men und wirt­schafts­na­hen For­schungs­ein­rich­tun­gen gesetzt. Den betei­lig­ten Part­nern wer­den je nach Größe zw. 40 und 55 % der Kos­ten des Pro­jekts vom Staat als nicht rück­zahl­ba­rer Zuschuss gewährt. Betei­ligte Hoch­schu­len erhal­ten eine 100% För­de­rung.

Hin­ter­grund

Die Zahl der Fahr­rad­dieb­stähle in Deutsch­land ver­ur­sacht jähr­lich Schä­den im 3stelligem Mil­lio­nen­be­reich. Die Auf­klä­rungs­quote gilt als eher gering und Ver­si­che­rer kla­gen über hohe Ver­luste. Gerade im Seg­ment höher­wer­ti­ger Fahr­rä­der – im Beson­de­ren bei E-​​Bikes stel­len Händ­ler und Ver­si­che­rer daher enorme Ansprü­che an sicher­heits­re­le­vante Aspekte.

Eine neue, belast­bare Lösung wurde gesucht. Einige „Bike-​​Tracking“ Lösun­gen sind bereits erhält­lich. Diese basie­ren aller­dings auf der rela­tiv ver­al­te­ten GPS und GPRS/​GSM-​​Technologie; was wie­derum zur Folge hat, dass eine Antenne für GPS sicht­bar ange­bracht wer­den muss, da die­ser Antennen-​​Typ eine „Sicht zum Satel­li­ten“ benö­tigt. Neben der Erkenn­bar­keit für poten­zi­elle Diebe, spricht auch der hohe Ener­gie­ver­brauch sol­cher Sys­teme gegen ihren Ein­satz – die „Usa­bi­lity“ ist nicht gege­ben.

Ziele

Die Erschaf­fung eines Kom­plett­sys­tems zur Absi­che­rung von Fahr­rä­dern gegen Dieb­stahl, mit der gleich­zei­ti­gen Mög­lich­keit der Ver­fol­gung (Tracking) auf Basis der Nar­row Band-​​IoT (NB-​​IoT) Tech­no­lo­gie, wurde zu Beginn des Pro­jek­tes als Ziel defi­niert. Dar­über hin­aus war eine Grund­vor­aus­set­zung, dass das Sys­tem unsicht­bar am bzw. im Fahr­rad ver­baut wer­den kann, um mög­li­chen Mani­pu­la­ti­ons– oder Zer­stö­rungs­ab­sich­ten zuvor zu kom­men. Eine kon­ti­nu­ier­li­che Posi­ti­ons­be­stim­mung – auch in einer geschlos­se­nen Umge­bung sollte ermög­licht wer­den. Ange­strebt wurde dabei eine Bau­form die kom­pa­ti­bel zu allen gän­gi­gen Fahr­rad­t­y­pen und Her­stel­lern ist. Ebenso wurde eine lange Betriebs– und Lebens­dauer, sowie eine wire­less Auf­la­dung des Akkus gefor­dert. Eine sol­che Multidimensions-​​Anforderung kann oft nur in einer Koope­ra­tion, wie sie im ZIM mög­lich ist, erfüllt wer­den.

Mobile Sicher­heit ist neu defi­niert

Es sollte ein Tracking­sys­tem ein­ge­setzt wer­den, das gerin­gen Ener­gie­ver­brauch mit klei­ner Anten­nen­di­men­sion kom­bi­niert. Aus die­sem Grund wur­den Maschine zu Maschine bzw. IoT-​​Kommunikationsmethoden getes­tet, mit denen die m2m lang­jäh­rige Erfah­run­gen hat. Mit IoT-​​Technologien wer­den Maschi­nen und eine (Cloud-​​) Zen­trale ohne Ver­ka­be­lung ver­bun­den. Aber kann das NB-​​IoT auch für sicher­heits­re­le­vante, mobile Anwen­dun­gen genutzt wer­den, die dar­über hin­aus auch zuver­läs­sig und kos­ten­güns­tig funk­tio­nie­ren? Beim Schmalband-​​IoT wer­den Geräte auf bereits exis­tie­ren­den Mobil­funk­netz­wer­ken mit­ein­an­der ver­bun­den. Diese Funk­tech­nik benö­tigt dar­über hin­aus sehr wenig Ener­gie.

Der o.g. Frage hat sich die Koope­ra­tion zwi­schen der TH Köln und 3 IT-​​Unternehmen im Rah­men des Pro­jek­tes ange­nom­men. Im Fokus des ZIM-​​Antrags stand die Ent­wick­lung eines auf NB-​​IoT basie­ren­den Modu­les, dass in ein neu­ar­ti­ges und kos­ten­güns­ti­ges Dieb­stahl­si­che­rungs– und Tracking­sys­tem für Fahr­rä­der inte­griert wer­den soll. Die m2m Ger­many GmbH hat dabei die Rolle des pro­jekt­lei­ten­den Unter­neh­mens für die Ent­wick­lung der erfor­der­li­chen Sende– und Emp­fangs­kom­po­nen­ten, sowie der Zusam­men­füh­rung der Kom­po­nen­ten zu einem funk­tio­nie­ren­den Gesamt­sys­tem über­nom­men.

Im Labor für Hoch­fre­quenz­tech­nik der TH Köln wurde eine neue Antenne für das NB-​​IoT Modul ent­wi­ckelt und getes­tet. Auf Grund der Anwen­dung und dem Ein­bau in ein Fahr­rad, wurde eine spe­zi­ell auf die Appli­ka­tion abge­stimmte Antenne benö­tigt, die sowohl den Anfor­de­run­gen des NB-​​IoT, als auch denen des Ein­baues zu ent­spre­chen hatte.

Die Ver­ant­wor­tung für die Steue­rung, einen ange­pass­ten Ener­gie­ver­brauch und die pas­sende Hard­ware, sowie den unter­schied­li­chen und auf­ein­an­der abge­stimm­ten Kon­fi­gu­ra­tio­nen der ein­zel­nen Kom­po­nen­ten, trägt m2m Ger­many. Dabei unter­stütz das Team der CyBike GmbH das Pro­jekt mit der ent­spre­chen­den App– und Backend-​​Entwicklung in enger Abspra­che mit dem Soft­ware Ent­wick­ler Cronn. Zusam­men konn­ten sie ein neu­ar­ti­ges Dieb­stahl­si­che­rungs– und Tracking­sys­tem für Fahr­rä­der, basie­rend auf Nar­row Band IoT ent­wi­ckeln.

Das Vor­ge­hen im Pro­jekt selbst war ange­lehnt an das vor­de­fi­nierte Pflich­ten­heft und wid­mete sich in ers­ter Linie den Elek­tro­nik­kom­po­nen­ten und der Antenne. Nach der abge­schlos­sen Elek­tro­nik­ent­wick­lung wurde mit der ent­spre­chen­den Firm­ware und App-​​Entwicklung, samt Backend, gestar­tet. Nach der Rea­li­sa­tion der ein­zel­nen Ele­mente, wurde ein Pro­toyp gebaut und getes­tet.

Das Pro­dukt wird unter dem Namen CyLock in die Seri­en­pro­duk­tion gehen und in den Markt gebracht.

Die im For­schungs­pro­jekt ange­strebte und nun auch rea­li­sierte Lösung CyLock ist inno­va­tiv und setzt auf einen Ein­bau in das Fahr­rad, gekop­pelt mit der Ver­wen­dung von Norrowband-​​IoT – einer Low Power Wide Area (LPWA) Tech­no­lo­gie mit nied­ri­gem Ener­gie­be­darf, sowie hoher Gebäu­de­durch­drin­gung und Reich­weite. Damit ist sie eine kos­ten­güns­tige Lösung für das schmal­ban­dige Inter­net der Dinge. Sie nutzt das GSM-​​Netz mit schmal­ban­di­ger Fre­quenz bei 900 MHz und ersetzt somit GPRS.

Dadurch ent­spricht das umge­setzte Gesamt­sys­tem den sicher­heits­re­le­van­ten Aspek­ten, ver­fügt über eine ent­spre­chende Anwen­der­freund­lich­keit und kann auf Grund der kos­ten­güns­ti­gen Kom­po­nen­ten auch in finan­zi­el­ler Hin­sicht über­zeu­gen. Das CyLock Modul ist für Fahr­rä­der und E-​​Bikes geeig­net und wird aus­schließ­lich dem Fach­han­del ange­bo­ten. Vor­aus­sicht­li­che Markt­ein­füh­rung Ende Q4/​2020.

CyLock Modul & App © CyBike

Über m2m Ger­many:
Als Spe­zia­list für M2M und IoT Lösun­gen unter­stützt m2m Ger­many seit mehr als 10 Jah­ren Kun­den bei der Umset­zung von Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­ten und ver­steht sich als „Enabler“ neuer Geschäfts­mo­delle und Mög­lich­kei­ten wie Big Data & Co. Der tech­ni­sche Fokus liegt auf Funk­tech­no­lo­gien wie LTE, Blue­tooth, LoRa® oder NB-​​IoT. m2m Ger­many greift auf lang­jäh­rige Erfah­rung aus Ent­wick­lungs– und For­schungs­pro­jek­ten zurück und beglei­tet Kun­den von der Idee über die Pro­jek­tie­rung, Pro­to­typ­ing und Seri­en­ent­wick­lung bis hin zum After-​​Sales-​​Service. m2m Ger­many arbei­tet auf Augen­höhe mit mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men und lie­fert Groß­un­ter­neh­men die not­wen­dige Agi­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät in Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­ten. Als Dis­tri­bu­tor nam­haf­ter Her­stel­ler und über Part­ner­schaf­ten mit Spe­zia­lis­ten kann m2m Ger­many auch als One-​​Stop-​​Shop kom­plette Lösun­gen aus einer Hand lie­fern. Ergän­zend zur Dis­tri­bu­tion bie­tet m2m Ger­many umfas­sende Dienst­leis­tun­gen an und betei­ligt sich an For­schungs­pro­jek­ten diver­ser Uni­ver­si­tä­ten.

 

Auto­rin:    

Karin Reinke-​​Denker, m2m Ger­many GmbH
Tele­fon: +49 6081 58 73 86 – 0
E-​​Mail: karin.​reinke@​m2​mgermany.​de