Große Summen für High Tech Ideen – kein Problem mehr in Deutschland

Ein Uni­corn oder Ein­horn ist ein Start up, also ein jun­ges, inno­va­ti­ves Unter­neh­men mit einer Markt­be­wer­tung über einer Mil­li­arde US-Dollar vor dem Bör­sen­gang. Der Wert errech­net sich aus der Ein­lage oder Bewer­tung des letz­ten Inves­tors. Bis vor 10 Jah­ren waren sol­che Bewer­tun­gen nur bei US-amerikanischen Start ups denk­bar. Nie­mand hätte behaup­tet, eine deut­sche Grün­dung könnte so schnell so wert­voll wer­den. Das war allen­falls ein heim­li­cher Wunsch eini­ger Entre­pre­neurship Pro­fes­so­ren oder VC-Enthusiasten, ein­mal möge so eine Ent­wick­lung in Deutsch­land klap­pen. Es gibt mitt­ler­weile einige Start ups, die aus eige­ner Kraft, also ohne ein Unter­neh­men als Geburts­hel­fer so wert­voll wur­den. Deut­sche Uni­corns sind:

Es fällt auf, sie stam­men bis auf das Biotech-Unternehmen alle aus Ber­lin und bedie­nen End­kun­den. Aktu­ell wer­den vom Mana­ger­ma­ga­zin wei­tere Kan­di­da­ten für ein deut­sches Ein­horn beob­ach­tet:

Getyour­guide, die Platt­form für Urlaubs­ak­ti­vi­tä­ten, wurde 2009 von Johan­nes Reck und Tao Tao und drei Mit­grün­dern in Zürich gestar­tet, seit eini­gen Jah­ren sitzt das Star­tup nun in Ber­lin. Über das Por­tal las­sen sich bei­spiels­weise Boots­tou­ren oder Muse­ums­kar­ten kau­fen. In sechs Finan­zie­rungs­run­den konnte das Star­tup laut Crunch­base ins­ge­samt 170,5 Mil­lio­nen US-Dollar von Inves­to­ren wie KKR ein­sam­meln und sein Geschäft auf über 40.000 ange­bo­tene Akti­vi­tä­ten aus­bauen. Die Bewer­tung ist nach Gründerszene-Informationen hoch, aber noch unter einer Mil­li­arde Dol­lar.

N26 ist der Hoff­nungs­trä­ger der deut­schen Fintech-Szene. Ins­ge­samt 1,5 Mil­lio­nen Kun­den ver­wen­den die Banking-App, die Maxi­mi­lian Tay­ent­hal und Valen­tin Stalf 2013 in Ber­lin gegrün­det haben. Mehr als 200 Mil­lio­nen hat das Star­tup unter ande­rem vom chi­ne­si­schen Ten­cent bekom­men. Bei der letz­ten Finan­zie­rungs­runde lag die Bewer­tung nach Infor­ma­tio­nen von Grün­der­szene und Finanz-Szene.de bei 750 Mil­lio­nen Dol­lar.

Das Fernbus-Unternehmen Flix­bus ist zum domi­nan­ten Player in Europa auf­ge­stie­gen. Seit eini­ger Zeit bie­ten die Münch­ner auch Züge an – unter dem Label Flix­train. Gegrün­det wurde das Star­tup 2011 von Daniel Krauss, Jochen Engert und André Schwämm­lein. Wie viel Geld Flix­bus von Inves­to­ren bekom­men hat, ist nicht bekannt. Der bekannte Geld­ge­ber Sil­ver­lake ist Ende 2016 ein­ge­stie­gen. Damals lag nach Gründerszene-Informationen die Bewer­tung noch unter einer Mil­li­arde US-Dollar.

GoEuro aus Ber­lin ver­mit­telt über seine Platt­form vor allem Bahn­rei­sen in Europa. Gegrün­det wurde das Unter­neh­men 2012 von Naren Shaam. In sechs Finan­zie­rungs­run­den soll das Star­tup laut Crunch­base ins­ge­samt etwa 150 Mil­lio­nen Dol­lar ein­ge­nom­men haben. Deut­sche Star­tups berich­tete kürz­lich über eine anste­hende Finan­zie­rungs­runde mit einem drei­stel­li­gen Millionen-Betrag.

SumUp aus Ber­lin macht Geschäft mit Ein­zel­händ­lern, die für ihren Shop ein Kar­ten­le­se­ge­rät brau­chen. Das Unter­neh­men fusio­nierte mit dem Rocket-Startup Pay­le­ven. 2017 sagte Grün­der Marc-Alexander Christ gegen­über Grün­der­szene, dass 2011 gegrün­dete Bezahl-Startup trage sich seit eini­gen Mona­ten selbst. Der Jah­res­um­satz liege bei 200 Mil­lio­nen Dol­lar, sagte der Grün­der gegen­über Deut­sche Star­tups.

Bei den genann­ten Start ups kön­nen wir von Finan­zie­rungs­run­den mit drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­wer­ten  lesen. Das ist also mitt­ler­weile durch­aus mög­lich in Deutsch­land, wenn die Beur­tei­lung der Wachs­tums­chan­cen von Grün­dungs­team und Geld­ge­ber über­ein­stim­men.

Dr. Kai Blanck
IHK Hes­sen inno­va­tiv