Viele Unternehmen unterschätzen Risiken des Klimawandels

Die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels ber­gen öko­no­mi­sche Risi­ken für Unter­neh­men. Eine aktu­elle Stu­die des Umwelt­bun­des­amts (UBA) zeigt, dass nur etwa die Hälfte der DAX-​​30-​​Unternehmen öffent­lich zu die­sen Risi­ken berich­tet. Kei­nes der unter­such­ten 100 größ­ten deut­schen Unter­neh­men infor­miert dar­über, ob die Unter­neh­mens­stra­te­gie gegen­über einem stär­ke­ren Kli­ma­wan­del res­i­li­ent und mit einer anspruchs­vol­len Kli­ma­schutz­po­li­tik kom­pa­ti­bel ist.

UBA-​​Präsident Dirk Mess­ner: „Der Kli­ma­wan­del wirkt sich immer stär­ker auf unsere Wirt­schaft aus. Das haben wir in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits gese­hen – und mit fort­schrei­ten­dem Kli­ma­wan­del wer­den diese Risi­ken grö­ßer. Mich erstaunt daher, dass viele Unter­neh­men sich offen­bar nicht aus­rei­chend mit den finan­zi­el­len Risi­ken des Kli­ma­wan­dels für ihr Geschäft aus­ein­an­der­set­zen. Kli­ma­ma­nage­ment gehört als ein Bau­stein des Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments und der Wei­ter­ent­wick­lung der Geschäfts­mo­delle in jede Unter­neh­mens­struk­tur.“

Als Ursa­chen der phy­si­schen Risi­ken des Kli­ma­wan­dels sehen die unter­such­ten DAX-​​30-​​Unternehmen vor allem Extrem­wet­te­r­er­eig­nisse, ver­än­derte Nie­der­schlags­mus­ter und erhöhte Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren. Sie erwar­ten, dass sich diese Risi­ken in Pro­duk­ti­ons­rück­gän­gen, stei­gen­den Roh­stoff­kos­ten und Gebäu­de­schä­den aus­wir­ken und schät­zen die poten­zi­el­len Schä­den durch die phy­si­schen Fol­gen des Kli­ma­wan­dels auf einen Gesamt­wert von meh­re­ren Mil­li­ar­den Euro in den nächs­ten zwei bis vier Deka­den.

Bereits in den Som­mern 2018 und 2019 führ­ten nied­rige Pegel­stände durch andau­ernde Tro­cken­heit zu Lie­fer­eng­päs­sen und Pro­duk­ti­ons­ein­stel­lun­gen bei Unter­neh­men, die stark vom schiffs­ba­sier­ten Lie­fer­ver­kehr abhän­gig sind. Unter­neh­men soll­ten sich daher mit kli­ma­be­zo­ge­nen Risi­ken aus­ein­an­der­set­zen und – in die­sem Bei­spiel mög­li­cher­weise durch ange­pass­ten Schiffs­bau oder Ver­kehrs­ver­la­ge­rung auf die Schiene – ent­spre­chend vor­sor­gen.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung Umwelt­bun­des­amt Nr. 03/​2021 vom 28.01.2021