Rohstoffkonsum steigt wieder an - auf 16,1 Tonnen pro Kopf und Jahr

Laut neu­es­tem Res­sour­cen­be­richt des Umwelt­bun­des­am­tes (UBA) vom Novem­ber 2018 ist der deut­sche Roh­stoff­kon­sum seit dem Jahr 2000 zwar ins­ge­samt um 17 Pro­zent gesun­ken. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren stieg er jedoch wie­der an. Jeder Deut­sche kon­su­miert sta­tis­ti­sch gese­hen 16,1 Ton­nen Roh­stoffe pro Jahr – und liegt damit 10 Pro­zent über dem euro­päi­schen Durch­schnitt.

Ins­ge­samt wer­den in Deutsch­land rund 1,3 Mil­li­ar­den Ton­nen fos­sile Ener­gie­trä­ger, Mine­ra­lien, Metall­erze und Bio­masse jähr­lich benö­tigt. Der Groß­teil des Roh­stoff­kon­sums ent­fällt laut UBA-Ressourcenbericht auf nicht-metallische Mine­ra­lien (45 %), fos­sile Ener­gie­trä­ger (29 %) und Bio­masse (21 %). Die Roh­stoff­nut­zung wird in Deutsch­land dank der Anstren­gun­gen in der Wirt­schaft zwar immer effi­zi­en­ter. Seit dem Jahre 2000 hat sich die Gesamt­roh­stoff­pro­duk­ti­vi­tät um 26 % erhöht. Im inter­na­tio­na­len Ver­gleich hat Deutsch­land nach wie vor einen zu hohen Roh­stoff­kon­sum. Er liegt 10 % über dem euro­päi­schen und sogar 100 % über dem glo­ba­len Durch­schnitt. Mehr als die Hälfte der Roh­stoffe, die für die Her­stel­lung von Gütern ver­wen­det wur­den, stam­men aus dem Aus­land.

Ein ermä­ßig­ter Mehr­wert­steu­er­satz für Repa­ra­tu­ren könnte Anreize für res­sour­cen­scho­nen­des Ver­hal­ten schaf­fen. Für die Repa­ra­tur von Fahr­rä­dern, Schu­hen oder Klei­dung wäre das heute EU-rechtlich schon mög­lich, nicht aber für Elektro- oder Elek­tro­nik­ge­räte. Außer­dem soll­ten Mehr­wert­steu­er­ver­güns­ti­gun­gen für beson­ders res­sour­cen­in­ten­sive Güter nach und nach abge­schafft wer­den, schlägt das UBA vor. Das Euro­pa­recht setzt hier aber enge Gren­zen. „Deutsch­land sollte sich für eine sol­che Debatte auf EU-Ebene ein­set­zen, damit die Mit­glieds­staa­ten den Res­sour­cen­schutz bei der Besteue­rung stär­ker berück­sich­ti­gen kön­nen“, sagte Krautz­ber­ger. „Wir müs­sen EU-weit zum Bei­spiel durch­set­zen, dass sich Inves­ti­tio­nen in res­sour­cen­scho­nende Tech­no­lo­gien und Güter loh­nen und wir natio­nal auch Repa­ra­tu­ren für die vie­len Elektro- und Elek­tro­nik­ge­räte nied­ri­ger besteu­ern kön­nen. Dann lohnt sich oft­mals die Repa­ra­tur.“ Das UBA plä­diert fer­ner dafür, beson­ders res­sour­cen­ef­fi­zi­ente Pro­dukte, die mit einem Umwelt­la­bel wie dem „Blauen Engel“ gekenn­zeich­net sind, gerin­ger besteu­ern zu kön­nen.

För­der­pro­gramme unter­stüt­zen Unter­neh­men dabei, die Material- und Ener­gie­ef­fi­zi­enz zu erhö­hen. Fra­gen sie bei IHK Hes­sen inno­va­tiv nach. Wir bera­ten sie gerne.

Quelle: UBA, 29.11.2018  Nr. 39/2018