Gründungsgeschehen: Der Funke zündet nicht

Dabei belegt der neue DIHK-Report reges Inter­esse!

Eigent­lich könnte sie kom­men, die Grün­der­welle: Die jüngste Umfrage vom 2.9.19 des Deut­schen Industrie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (DIHK) zum Thema zeigt, dass sich immer mehr Men­schen den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit vor­stel­len kön­nen. Es hapert nur an der Umset­zung.

So steht der aktu­elle DIHK-Gründerreport auch unter der Über­schrift „Trotz regen Grün­dungs­in­ter­es­ses – der Funke zün­det nicht“. Er fußt auf den über 200.000 Kon­tak­ten der Exis­tenz­grün­dungs­be­ra­ter in den Industrie- und Han­dels­kam­mern (IHKs) mit ange­hen­den Unter­neh­mern im Jahr 2018. Im Berichts­jahr hät­ten 28 Pro­zent mehr Teil­neh­mer die IHK-Seminare zur Unter­neh­mens­grün­dung besucht als noch 2017, berich­tet DIHK-Hauptgeschäftsführer Mar­tin Wans­le­ben von den Ergeb­nis­sen der Erhe­bung. „Aber die Welle ver­ebbt, bevor sie in Fahrt kommt.“

Denn zugleich sinke die Zahl derer, die auch anschlie­ßend Nägel mit Köp­fen mach­ten, ein kon­kre­tes Geschäfts­kon­zept erstell­ten und mit ihrer IHK besprä­chen. Dies habe zuletzt nur jeder zweite Teil­neh­mer an IHK-Gründertagen getan – vor vier Jah­ren seien es noch 92 Pro­zent gewe­sen.

„Die Grün­der in spe nen­nen auch die Gründe“, so Wans­le­ben wei­ter: 57 Pro­zent berich­te­ten von zu viel Büro­kra­tie etwa bei Geneh­mi­gun­gen, bei der Umset­zung der Euro­päi­schen Daten­schutz­grund­ver­ord­nung DSGVO, bei Steu­ern und För­der­an­trä­gen. Viele beklag­ten auch schlech­tes Inter­net und einen zu kom­pli­zier­ten Zugang zu öffent­li­chen För­der­mit­teln.

„Des­halb ist jetzt die Poli­tik am Zug“, mahnt der DIHK-Hauptgeschäftsführer: „Wir brau­chen drin­gend vir­tu­elle One-stop-Shops, bei denen Grün­der alle For­ma­lien rasch online erle­di­gen kön­nen.“ Bei der DSGVO seien klare Check­lis­ten und ein guter Schutz gegen miss­bräuch­li­che Abmah­nun­gen gefragt, wie ihn ja die Bun­des­re­gie­rung nun auch anstrebe. Und nicht zuletzt gelte: „Um das große Start-up-Potenzial Deutsch­lands zu heben, brau­chen wir auch in der Flä­che über­all schnel­les Inter­net. Für Inves­to­ren soll­ten steu­er­li­che Hür­den bei Betei­li­gun­gen an Start-ups abge­baut wer­den, damit gute Ideen auch wach­sen kön­nen.“

Sie fin­den den neuen DIHK-Gründerreport hier zum Down­load.