CE-Kennzeichnung


CE-KENNZEICHNUNG

Es dür­fen grund­sätz­lich nur si­chere Pro­dukte auf den eu­ro­päi­schen Markt ge­bracht wer­den!

Eine wich­tige Vor­aus­set­zung für den freien Ver­kehr von Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen im eu­ro­päi­schen Bin­nen­markt ist, dass die Pro­dukte si­cher sind. Die all­ge­mei­nen An­for­de­run­gen an alle Pro­dukte, wie z.B. die Kenn­zeich­nung mit ei­ner Adresse des Ver­ant­wort­li­chen (Im­por­teur oder Her­stel­ler), wer­den im deut­schen Pro­dukt­si­cher­heits Ge­setz (ProdSG) be­schrie­ben. Diese An­ga­ben müs­sen auf dem Pro­dukt bzw. ei­nem fest ver­bun­de­nem Auf­kle­ber an­ge­bracht sein. Ein­zige Aus­nahme: wenn das Pro­dukt zu klein ist.

Infor­ma­tio­nen zu den umfang­rei­chen gesetz­li­chen Vor­schrif­ten aus dem Umwelt­be­reich (z.B. Rück­nahme, Ver­pa­ckung, Inhalts­stoffe) fin­den Sie im Be­reich Indus­trie und Um­welt Ih­rer IHK.

Die Kenn­zeich­nung mit dem CE-Zeichen be­trifft nur be­stimmte Wa­ren­grup­pen, die z. B. hier auf­ge­lis­tet sind.

Für den Ver­brau­cher leicht er­kenn­bar, er­hal­ten die Pro­dukte, die kon­form mit den An­for­de­run­gen die­ser EU-Richtlinien sind, die CE-Kennzeichnung. Diese wird in den meis­ten Fäl­len durch den Her­stel­ler sel­ber deut­lich sicht­bar auf dem je­wei­li­gen Pro­dukt an­ge­bracht. Pflicht des Her­stel­lers oder Im­por­teurs ist es, fest­zu­stel­len, ob sein Pro­dukt CE-gekennzeichnet wer­den muss oder nicht. Pflicht der Händ­ler ist es, die kor­rekte Kenn­zeich­nung zu über­prü­fen.

Ei­nen ers­ten Ein­stieg zur CE-Kennzeichnung fin­den sie in der Bro­schüre der EU.

Neue CE-Richtlinien

Schon An­fang 2014 wur­den im sog. Ali­gn­ment Package der EU acht wich­tige EG-Richtlinien an den sog. neuen Rechts­rah­men (NEW LEGISLATIVE FRAMEWORK) an­ge­passt. Bei die­sen Richt­li­nien wer­den ein­heit­li­che De­fi­ni­tio­nen für die Be­griffe Her­stel­ler, Im­por­teur und Händ­ler und Vor­ga­ben für das ver­ein­heit­lichte Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­ver­fah­ren ein­ge­führt. Die neuen Händ­ler­pflich­ten kön­nen da­bei als Klar­stel­lung oder auch als Ver­schär­fung der Rechts­lage an­ge­se­hen wer­den.

Die letzte Über­gangs­frist en­det für fol­gende 8 CE-Richtlinien am 20. April 2016:

  • Richt­li­nie 2014/28/EU über Ex­plo­siv­stoffe für zi­vile Zwe­cke
  • Richt­li­nie 2014/29/EU über ein­fa­che Druck­be­häl­ter
  • Richt­li­nie 2014/30/EU über elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit (EMV)
  • Richt­li­nie 2014/31/EU über nicht selbst­tä­tige Waa­gen
  • Richt­li­nie 2014/32/EU über Mess­ge­räte
  • Richt­li­nie 2014/33/EU über Auf­züge
  • Richt­li­nie 2014/34/EU über ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­che Um­ge­bun­gen (ATEX)
  • Richt­li­nie 2014/35/EU über Nie­derspan­nungs­ge­räte

Den Her­stel­lern, Im­por­teu­ren und Händ­lern der be­trof­fe­nen Pro­dukte ra­ten wir drin­gend, sich mit den Re­geln ver­traut zu ma­chen.

Vor al­lem die Ände­rung der Niederspannungs- und der EMV-Richtlinie ist rele­vant für unzäh­lige Elektro- und Elek­tro­nik­pro­dukte, die eine große Markt­be­deu­tung ha­ben.

Hin­weise zum Auf­bau der Richt­li­nien
Der Auf­bau der Richt­li­nien ist jetzt ver­ein­heit­licht und äh­nelt der Maschinen-Richtlinie. Bei­spiel Nie­der­span­nungs­richt­li­nie:

  • Arti­kel 1: Gegen­stand und Gel­tungs­be­reich („Für wel­che Ge­räte bzw. Pro­dukte gilt die Richt­li­nie?“)
  • An­hang II: Betriebs­mit­tel und Berei­che, die nicht un­ter diese Richt­li­nie fal­len („Wel­che Pro­dukte sind aus­ge­nom­men?“)
  • Arti­kel 6: Pflich­ten der Her­stel­ler („Was muss ich tun?“)
  • Arti­kel 8, 9: Pflich­ten der Ein­füh­rer (Impor­teure) bzw. Händ­ler
  • An­hang III: Mo­dul A („Pflich­ten im Rah­men von Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­ver­fah­ren, Kenn­zeich­nung und Pro­duk­tion“)
  • An­hang IV: EU-Konformitätserklärung („Was ge­hört in die Kon­for­mi­täts­er­klä­rung?“)

Vor tat­säch­li­cher Anwen­dung ist selbst­ver­ständ­lich ein tie­fer­ge­hen­des Stu­dium der poten­zi­ell anwend­ba­ren Richt­li­nien erfor­der­lich, gege­be­nen­falls auch wei­te­rer Richt­li­nien und Ge­setze.

All­ge­meine Neue­run­gen
In den neuen Richt­li­nien wurde die Pflicht zur Durch­füh­rung und Doku­men­ta­tion ei­ner Risi­ko­ana­lyse und Risi­ko­be­wer­tung im Rah­men der Erstel­lung der tech­ni­schen Unter­la­gen auf­ge­nom­men. Stark ver­ein­facht be­steht die Risi­ko­ana­lyse und -bewer­tung in ei­ner Auf­lis­tung al­ler denk­ba­ren vom Pro­dukt aus­ge­hen­den Risi­ken (in al­len Lebens­pha­sen), ei­ner Ein­schät­zung die­ser Risi­ken (Scha­dens­aus­maß, Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit), ei­ner Risi­ko­be­wer­tung so­wie Maß­nah­men zur Risi­kom­in­de­rung. Eine gute Ori­en­tie­rung bie­ten der­zeit bei­spiels­weise die Norm DIN EN ISO 12100 zur Risi­ko­be­ur­tei­lung und -min­de­rung bei Maschi­nen oder der eng daran ange­lehnte 2014 ver­öf­fent­lichte CENELEC Guide 32 zur Risi­ko­be­ur­tei­lung und -min­de­rung bei Nie­der­span­nungs­ge­rä­ten. Teil­weise ent­hal­ten je­doch auch zu den ver­schie­de­nen Richt­li­nien ver­öf­fent­lichte, har­mo­ni­sierte Nor­men spe­zi­fi­schere Hin­weise.

Neu ist ebenso die expli­zite Dar­stel­lung der Pflich­ten von Her­stel­lern, Impor­teu­ren und Händ­lern. Bei­spiel Nie­der­span­nungs­richt­li­nie: Die 1. ProdSV (Umset­zung der Nie­der­span­nungs­richt­li­nie in natio­na­les Recht) defi­niert auch schon bis­her Vor­aus­set­zun­gen für das Bereit­stel­len elek­tri­scher Betriebs­mit­tel. Jede Ab­gabe („Han­del“) stellt ge­mäß ProdSG eine Bereit­stel­lung dar. In der Pra­xis kam es je­doch zu unter­schied­li­chen Inter­pre­ta­tio­nen hin­sicht­lich der Pflich­ten der ein­zel­nen Wirt­schafts­ak­teure. Mit der neuen Nie­der­span­nungs­richt­li­nie (2014/35/EU) sind die Pflich­ten nun kon­kret auf­ge­führt.

IHK Hes­sen inno­va­tiv hilft Ih­nen gerne da­bei zu ermit­teln, wel­che Anfor­de­run­gen bei Ih­rem Pro­dukt zu erfül­len sind, durch:

– eine indi­vi­du­elle Bera­tung
– Ver­an­stal­tun­gen und
– Publi­ka­tio­nen